Das Wort für heute: Krill
3. Februar 2010
Krill.
Geziefer, Vertikalwanderer, Leuchtfutter; schwebt, leuchtet und nährt. Im Zweifelsfalle Kannibale.
Krill liebt extreme Gegenden, umkreist den Südpol im kalten Ringozean oder dreht sich vor den Lofoten im Moskenstraumen, dem stärksten Mahlstrom der Welt.
Wer Krill frisst und wen Krill frisst, ist manchmal ein und dasselbe. Eindeutig ist die Fressrichtung bei den Bartenwalen hier und den Kieselalgen dort. Auch Eisalgen schlagen eher nicht zurück.
Ansonsten gehören an diverse Stellen der Nahrungskette Hüpferlinge, Flohkrebse, Ruderfußkrebse, juvenile Kalmare, Flügelschnecken, Salpen, Ringelwürmer und Medusen, Nauplien und Ostracoden, Fischlarven sowie die von Stachelhäutern, Würmern und Mollusken, Pinguin, Robbe, Blauwal, Finnwal, Buckelwal, Minkwal und Grauwal, nicht aber deren Läuse und Pocken, dafür aber Rochen, Eisfisch, Mondfisch und der geliebte Albatros, über dessen landseitige Unbeholfenheit wir gnädig den Mantel des Schweigens breiten.
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Das Wort für heute: Krammetsvogel
2. Februar 2010
Der Krammetsvogel, auch: die Wacholderdrossel; zurzeit in aller Munde.
Äußerst hübsches Vögelchen der größeren Art – bringt also nicht nur Knochen in die Pfanne. ”Kein Urlaubsort, wo Vogelmord!” war eine stets mit Entrüstung gesprochene Parole in meiner Schulzeit. Als ich dann sehr viel später tatsächlich bei den Vogelmördern zu Gast war, gab es Singvögel (cacciagione) nur noch geflüstert angeboten, als Bückware. Was nun die Wacholderdrossel angeht, so waren allerdings auch wir es, die transalpinen Vogelfänger, deren Gelüsten sie zum Opfer fiel:
„Die Krammetsvögel werden gerupft, die Haut vom Kopf gezogen, gesengt, der Darm durch die Afteröffnung entfernt. Dann wäscht man die Vögel, sticht die Augen aus, schlägt die Krallen von den Füßen, biegt den Kopf über die Brust und steckt die Füße über Kreuz durch die Augenhöhlen. Die Vögel werden mit Salz und einigen gestoßenen Wacholderbeeren eingerieben. Hierauf macht man Butter in einer Pfanne hellbraun, etwa ½ Eßlöffel für eine Drossel, und bratet die Vögel unter öffteren Umwenden etwa in einer halben Stunde gar. Zur Sauce gießt man etwas Wasser hinzu. Die Vögel werden nicht ausgenommen. Man kann die Krammetsvögel auf gerösteten Semmelnscheiben anrichten und Sauerkohl dazu geben.“
(M. und E. Doenning: Kochbuch der ostpreußischen Haushaltschule, Königsberg 1911, 6. Auflage. Gefunden bei Wikipedia)
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Das Wort für heute: Kirchenschiff
1. Februar 2010
Kirchenschiff, das.
“Lobe den Herren, den mächtigen Herrscher der Meere” singt der Bremerhavener Seemannschor in der Sonderfertigungshalle der Lloyd-Werft, gelegentlich aber auch der eine oder andere Berlin-Brandenburgische Binnenschiffer.
Die Schifferkirche im Westhafen ist nicht mehr, eine Kapelle zwischen ehemaligem Getreidespeicher und Unitanks ist an ihre Stelle getreten. Allerdings gibt es noch den Luxus einer schwimmenden Schifferkirche. Immer mittwochs steht Fedor Pfistner am Ruder seiner Arche Nova, besucht Kähne und Schieber, Tank-, Arbeits- und Ausflugsschiffe und tauft, traut, singt, predigt und lobpreist, tröstet und berät, wie es gerade kommt.
Aufsuchende Arbeit im Kirchenschiff nennt man das.
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Von Hand zu waschen …
26. Januar 2010
Handwäsche empfiehlt die Waschfrau Mosomasa aka Mutzi H. Europa, wenn es um die Katze geht. Uneingeschränkt.
Uneingeschränkt empfehle ich der Waschfrau neuen Waschsalon. Hurra.
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Meine heimlichen Helden
19. Januar 2010
Besagter Eisfall hat keine Chance mehr, vornehinaus, wenn sie kommen. Sie müssen nur ihr Gefährt breitbeinig in die Straße stemmen, in den Korb klettern, sich in große Höhen expedieren lassen und mit Hellebarde, Enterhaken, Spaten und Schaufel die Schneewächten vom Dach schubsen. Alles was nicht oben bleiben soll, wird beflügelt, auch dem Eis wird heruntergeholfen.
Diesmal kamen sie aus Lichterfelde, meine Helden von der Berliner Feuerwehr.
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Eisstandsmeldung: Falleis
19. Januar 2010
Das Wort für heute: Eisfall
15. Januar 2010
Das Wort für heute: Schreitbagger
6. Dezember 2009
Der Schreitbagger, auch: Kletterbagger.
Menzi Muck hat Konkurrenz. Einen Kaiser. Aus dem Fürstentum Liechtenstein. Sein Körperbau ist etwas anders, aber ich liebe auch ihn – und seine meist blauen Brüder, alle mit Knickfuß und starken Pratzen. Und alle ungeheuer gelenkig. Zum Dahinschmelzen.
Der Kaiser S2 weiß sich zu helfen.
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With a little help from my friend …
6. Dezember 2009
Er dehnt sich, streckt sich, knickst, tanzt Tango. In sich zusammengesunken oder stolz aufgerichtet, mit X-Beinen oder mit ausgestreckten Pratzen. Menzi Muck ist immer schön.
Auch wenn er gefährlich die Beine breitmacht und den Hals zum Himmel reckt wie ein Wolf, der den Mond anheult. In seiner Kinderstube im schweizerischen Widnau zeigt er, was er alles kann. Wie er Männchen macht oder auf einem Bein balanciert, mit den Hüften kreist und zum Spurt ansetzt, das Bein hebt, den Rumpf beugt, auf die Knie sinkt, den Hals langmacht (beinahe höre ich ihn krähen), wie er winkt und trippelt, schnurrt und röhrt, wie er sich in den Handstand schwingt, auf Stelzen geht, wie er wippt und schaukelt und sich in die Brust wirft … Ja es stimmt, er macht ein bisschen den Gockel, aber was soll’s, wenn einer so viel kann!
Nur wenn Menzi Muck auf den Laster steigt, braucht er ein bisschen Hilfe. Von seinem Baggerfahrer. Ob er sie wirklich braucht, sei dahingestellt. Vielleicht ist es reine Koketterie, dass er wartet, bis ihm jemand die Ladeflächenklappe zumacht, ehe er sich für die Fahrt einrollt. Auf jeden Fall geht er’s anders an als sein Kumpel, der Kaiser. Menzi Muck macht’s erstmal vorwärts.
Wenn er dann aber wieder am Abhang hängt, schlägt mein Herz sowas von schneller. Ist er nicht wunderbar, mein Schnuckelmuck?
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