Trackback, der/die/das; Geschlecht umstritten

1. Stellt Beziehungen her. Führt zu  Rückmeldungen. Nicht zu verwechseln mit Backtrack.

2. Samstagabendsendung auf Radio Fritz.  Zu Netzpolitik, Netzmusik und Netzdönekens.

Bei der Gelegenheit habe ich einen ungewöhnlichen Namen kennengelernt: Jonte. So heißt der Moderator von Radio Fritz, der mich für die Trackback-Rubrik Blogger privat interviewt hat.

Wenn man genau schaut, kann man hier (unter dem 8. Februar) den Podcast finden: http://trackback.fritz.deBlogger privat beginnt ca. 13 Minuten vor Schluss.

Eine Woche vorher wurde Joerg Utecht interviewt, der mich empfohlen hat. Danke, hat mich sehr gefreut. Nächsten Samstag wird es Lakritze sein oder Missboulette.

Wurstpumpe, die

zylindrisches Gerät mit prominenter Tülle, über die ein feiner Darm gestreift wird, der sich nach Betätigen der o.g. Wurstpumpe wie von selbst mit Wurstbrät füllt, unterstützt nur von der ordnenden Hand des Wursters. Wer selbst einmal versucht hat, Wurstbrät mithilfe mechanischer Vorrichtungen in Därme zu füllen, weiß, welche Tücken dem Objekt eignen und welcher Koordinationsleistungen es bedarf, um den Vorgang im Fluss zu halten.

(Kennengelernt habe ich die Wurstpumpe am 1. Februar 2014 in der Malzfabrik, der ehemaligen Schultheiss-Mälzerei, anlässlich einer von der Kitchen Guerilla veranstalteten Wurstgalerie. Bedient wurde sie daselbst von Peter Inhoven, einem begnadeten Düsseldorfer Bratwurster, dessen zärtlich über die werdenden Würste gleitende Hände sowohl live als auch auf die weiße Wand gebeamt und im Video zu bewundern waren.)

Menzi Muck

27. Juni 2013

Qype (einst geliebt und schon lange verlassen) ist an Yelp verkauft worden, und ich gehe davon aus, dass über kurz oder lang die Beiträge, die keinen unmittelbaren Nutzen haben, gelöscht werden. Ich habe also meine Beiträge nach Hause geholt und werde sie nach und nach hier bei evenaar … trifft längengrad veröffentlichen.

Mit Taraaa stelle ich vor: Menzi Muck, den eidgenössischen Schreitbagger. Entdeckt in Kleinglienicke und nur durch einen Graben, der behauptet, ein Fluss zu sein, von den Südberliner Schweizerhäusern getrennt.

Geschrieben ist sein Porträt am 20.9.2007.

Menzi-Muck A80 an der Bäke

Menzi-Muck A80 an der Bäke

Offenbar steh ich auf kernig und Kerl: Seit Donovan (nein, ich bin kein Donovan-Fan) liebe ich Caterpillars, allen voran den Kettendozer. Und seit mich ein Liebhaber eines Tages damit von der Scharoun’schen Staatsbibliothek abgeholt hat, liebe ich den Unimog.

Vor ein paar Tagen hätte ich noch behauptet, ich bleibe ihnen ewig treu, dem Caterpillar und dem Unimog. Das aber war, bevor Menzi Muck in mein Leben trat.

Menzi-Muck A80 an der Bäke

Menzi Muck ist unvergleichlich! Gelb mit ein paar roten Glanzpunkten stand er plötzlich vor mir, und ich erstarrte. Ich bin immer noch ganz aus dem Häuschen: eine Schönheit! Ein Wunder an Flexibilität sein Fahrwerk, ein Ausbund an Originalität der ganze Kerl. Er hat eine bemerkenswerte Kraft, und doch bewegt er sich wie eine Gemse. Der König unter den Schreitbaggern.

Man muss ihn lieben, ich spreche hier vom A81, mit seinem John-Deere-Dieselmotor und seiner Vorliebe für biologisch abbaubare Panolin-Schmierstoffe, mit seinem tiefen Profil, seinen unzähligen Gelenken und seinen Stahlpratzen. Pratzen? Ja, Pratzen, Klauen, mit vier oder sechs Spitzen! Damit klammert er sich locker an jeden Hang. 45 Grad Steigung? Für Menzi Muck kein Problem! „Ob im alltäglichen Einsatz, am Steilhang bis 100 %, in Wassertiefen bis 4,5 Meter oder im tiefen Morast, ob in den Bergen oder am Meeresgrund: dem Menzi Muck sind kaum Grenzen gesetzt.“

Menzi-Muck A80 an der Bäke

Die Böschung sieht zwar nicht mehr ganz so schick aus, wenn Menzi Muck darübergestiefelt ist, aber in diesem Fall kommt kein Mucks der Beschwerde über meine Lippen. Mit der Zeit werden die Wunden verschorfen und die Narben heilen. Ihr werdet sehen, in einem Jahr ist das Bäkeufer wieder grün, nicht mehr so wildromantisch vielleicht wie vorher, aber wer braucht das schon?

Menzi-Muck A80 an der Bäke

Gestern abend, in der Trattoria Toscana, hab ich ein paar schnucklige Jungs kennengelernt. Zu spät! Vielleicht haben sie eine Chance, wenn sie sich zum Fahrerkurs im Menzi-Muck-Fahrerclub anmelden, um das Klettern längs und quer zum Hang zu üben. „Menzi-Fahrer zu sein, bedeutet sich wie ein König zu fühlen.“ Das wird der Ausstrahlung zuträglich sein. „Menzi Muck. Und alles ist möglich.“

Menzi-Muck A80 an der Bäke

Wer also einen Bagger braucht, und sei es ein Unterwasserbagger, wende sich vertrauensvoll an den einzigen schweizerischen Baggerhersteller weltweit: Menzi Muck. Und so hat alles begonnen im Jahre 1966: „Ernst Menzi lieferte Josef Kaiser Achsen für seine Güllenwagen, gemeinsam tüftelten sie an einem Allzweckbagger, der MUK war geboren.“ Danke Ernst Menzi! Danke Josef Kaiser!

PS. Ich bin Menzi Muck südlich von Berlin an der Bäke begegnet, einem Graben voller Entengrütze; deutsche Vertriebsstellen finden sich in Soest, Tangerhütte und Aichach; verqypt habe ich, da ich mich nicht entscheiden konnte, den Schweizer Stall, aus dem er kommt, auch wenn ich nie dort war.

Menzi-Muck A80 an der Bäke

Hergestellt wird der kleine Liebling von der Menzi Muck AG in der Auenstraße 77 in 9443 Widnau. Eine Portraitgalerie findet sich auch beim Bauforum. Wer sich z.B. für den hydraulischen Schreitfuß interessiert, bitte aufrufen! Die Knicklenkung wiederum ist nicht ganz so fotogen …

Menzi-Muck A80 an der Bäke

PPS im Juni 2013: Es sei auf Qype zurückverwiesen. Da fand ich plötzlich (jetzt erst!) Fotos von ottogang, Menzi Mucks glühendem Verehrer und größtem Fan.

PPPS: Unbedingt zu Youtube gehen und Menzi-Muck-Videos schauen!

Kaffeeschalentee, der

rotgold schimmernder, aus den Schalen jemenitischer Kaffeebohnen gebrühter, mit Ingwer und Kardamom gewürzter Tee.

Der auch als Arme-Leute-Kaffee bekannte Kaffeebohnenschalentee heißt Qishr und ist unter dem Namen Hashara auch in Äthiopien bekannt. Die Schalenhüllen der Kaffeekirschen werden in der Sonne getrocknet, leicht geröstet, aufgebrüht und dürfen ziehen.

Ehe um die Wende zum 13. Jahrhundert im Kaffee-Mutterland Jemen das Rösten in Gebrauch kam, wurden die Kaffeekirschen auch zu Kaffeesaft vergoren.

Und wieder eine private Anmerkung: Als Herzenswunsch der Autorin, seit jeher in die raffiniert klimatisierten Lehm-und-Stroh-Wohntürme von Shibam verliebt, kristallisierte sich gestrigen Samstags heraus, den überaus köstlichen jemenitischen Kaffeebohnenschalentee statt in irgendeiner Botschaft dieser Welt einmal im Leben in Sana’a zu trinken (deren Große Moschee mit ihren bemalten Holzdecken von in diesem Gewerbe nicht gerade unerfahrenen venezianischen Fachleuten restauriert wird).

Tetraphobie, die

mehr als gebrochenes Verhältnis zur Vier. Mit „Vierfachphobie“ gründlich falsch übersetzt.

Die Tetraphobie ist im Kanon koreanischer Aberglaubenstopoi von einiger Bedeutung, bezeichnet doch 사 (sa) sowohl die Zahl und Ziffer 4 als auch den Tod. (In befremdlichem Widerspruch dazu gilt vom Tod zu träumen als gutes Omen.)

Die südkoreanische Eisenbahngesellschaft hegt in wiederum befremdlicher Inkonsequenz eine viertausender Lokomotivenreihe und zählt von 4441 aufwärts, scheut aber dann in nun konsequenter Umsetzung koreanischer Tetraphobie die vierfache Vier und springt von 4443 auf 4445.

Auch in Aufzügen wird die unheilverheißende 4 vermieden und meist durch ein F (für das englische four) ersetzt.

Bäckerlyrik, die

vorgeblicher Fachbegriff, tatsächlich despektierliche, im Geheimen auch schon mal liebevoll gemeinte Bezeichnung für ein Phänomen, das den zweifelhaften Ruf der BVG-Werbedichtung à la „Wurst und Senf in Bahn und Bus bringen oftmals viel Verdruss“, die spätestens in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in voller Blüte stand, wenn nicht begründete, so doch entscheidend mitprägte.

Nachdem sie in Form von Paechbrotsprüchen in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Selbständigen politischen Einheit Westberlin einen rasanten Aufschwung erlebt hatte, omnipräsent, belächelt, verachtet, indes beim besten Willen nicht zu ignorieren, stattdessen den damaligen Bewohnern und Besuchern der Stadt unauslöschlich ins Gedächtnis gebrannt, wurde es in den 90er Jahren still um die Bäckerlyrik. Zusammen mit dem Untergang des Moabiter Paech-Brotimperiums ging sie den Weg alles Irdischen, und die Welt musste fortan auf Juwelen wie „Kuno sprach zu Kunigunde: Paechbrot ist in aller Munde“ verzichten.

Doch nun, Hurra, neues Jahrhundert, neues Glück. Es gibt sie wieder, die Bäckerlyrik. Wieder in Berlin, der inzwischen nicht mehr doppelten, sondern ganzen Stadt, wieder bei der BVG, sprich den Berliner Verkehrsbetrieben, diesmal statt in den seltener gewordenen Doppeldeckerbussen in der U-Bahn, wieder einem Brot gewidmet, einem aus dem Speckgürtel.

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Die neue Bäckerlyrik besingt das Falkenbrot, Flaggschiff des ursprünglich Westberliner, dann, nachwendig, in der Falkenseer Produktionsstätte eines ehemaligen Backkombinats heimisch gewordenen BioBackHauses Leib. Nein, nicht Laib, Leib.

Die mal mehr, mal weniger überzeugenden Elaborate der neuen Berliner Bäckerlyrik – wer Bäckerlyrik liebt, wird sie wohl alle lieben – fahren also seit knapp zwei Jahren U-Bahn und verkünden Dinge wie in etwa:

Ein Mann zur Liebsten sagte: Bleib!
Ich habe einen Falkenlaib.

Enthusiasten lassen sich zu Begeisterungsstürmen über das Wiederaufleben der Brotdichtung hinreißen, Skeptiker analysieren mit spitzer Feder und weisen auf unzählige grammatikalische und stilistische Mängel hin, viele schütteln einfach den Kopf.

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Es wird Ihnen, liebe Leser, trotz aller Bemühungen um Objektivität nicht verborgen geblieben sein, die Autorin gehört entschieden zu den Liebhabern und kann nicht umhin zu wiederholen: Ein Hoch auf die neue Berliner Bäckerlyrik! Möge ihr ein langes und fruchtbares Leben beschieden sein.

Noch eine kleine Anmerkung in eigener Sache sei gestattet: Natürlich weiß ich, Flaggschiffe entstammen Werften, und eine Werft bringt kein Brot hervor. Nur, wie sonst es nennen, das Flaggschiff eines Backwarenuniversums?

Zwangsjacke, die

Kleidungsstück. Für besondere Anlässe. Wärmt nur bedingt.
Die Zwangsjacke ist nicht für den täglichen Gebrauch bestimmt und, einmal angelegt, schwer beeinflussbar.

Der Löffel war auf einem stattlichen Anwesen zum Picknick unter Platanen geladen. Was heißt, geladen. Er wurde mitgenommen. Das Château de la Croix Chabrières hatte es ihm angetan: mit seinem flatternden Licht und dem Wind, der die Mittagshitze kühlte und den mehr als ein Jahrhundert alten Bäumen ein Sturmrauschen entlockte, obwohl er gar nicht so heftig wehte.

Das Weingut sitzt zwischen allen Stühlen. Es ist ein Kind der Grenze und hat Anteil an: zwei Regionen, zwei Départements, zwei Gemeinden und zwei Anbaugebieten.

So werden auf La Croix Chabrières Weine verschiedener Appellations gekeltert: zum einen Côtes du Rhône, aber auch Coteaux du Tricastin, wobei es Coteaux du Tricastin nur noch in älteren Flaschen gibt. Wegen der kompromittierenden Reaktoren gleichen Namens ganz in der Nähe mussten die Weinbauern erhebliche Verkaufseinbußen hinnehmen. 2010 haben sie es geschafft, eine Umbenennung durchzusetzen: Ein Coteaux du Tricastin heißt jetzt Grignan-les-Adhémar.

Den Löffel interessierte das weniger. Schon eher die Erntemaschine auf dem Feld (hier wird nicht von Hand gelesen), die an den Weinstöcken rüttelt und der diese wunderschöne Smaragdeidechse zum Opfer fiel, und der lärmende Entrapper.

Er musste aufpassen, nicht in die Schraube zu kommen …

… oder im Trester verschütt zu gehen …

… oder ins Gärfass zu rutschen …

oder der Rache eines Messers zum Opfer zu fallen.

Er erfreute sich am Ton in Ton mit den Korken …

… neuen und alten…

und den platten Kartons, die den Flaschen gehören.

Leider hatte er den Korkenzieher vergessen …

… und so blieb er ganz und gar nüchtern.

Trotzdem ist die Welt voller Gefahren, und sei es, von einem Regenrinnenmonster in die Unterwelt gespuckt zu werden.

Arthurs Tochters Löffels Reise begann hier.

Teltower Rübchen

15. Oktober 2011

Endlich wieder Rübchen! Obwohl – eigentlich ist es noch ein bisschen früh. Das Rübchenfest in Ruhlsdorf hat zwar schon stattgefunden, wie immer Ende September, aber die Rübchen sind noch zu klein. In zwei Wochen sind sie gut, sagt Frau Schäreke, die, als sie meine enttäuschte Miene sieht, ins Haus verschwindet und mit einem Kilo zu klein geratener Rübchen wiederkommt. „Der Rest vom Fest“, wo sie zu neunt vier Stunden lang Rübchen geputzt haben, um Suppe daraus zu kochen, die dann in einer Dreiviertelstunde aufgegessen war.

Für meine Rübchen in Sahne braucht man:

500 g Teltower Rübchen
1 bis 2 El Zucker
1 bis 2 El Butter
ein guter Schluck bis ein kleines Glas Weißwein (oder Noilly Prat)
250 ml Kalbsfond
150 bis 250 ml Sahne
viel frischgemahlene Koriandersaat
Salz und Pfeffer
eventuell ein paar Späne geriebenen Meerrettich
(oder einen halben Teelöffel aus dem Glas)

Die böse Arbeit ist das Putzen. Da hilft gar nichts: die Schätzchen müssen gründlich gewaschen und geschrappt werden. Wenn sie Macken vom Ernten haben oder kleine Würmchen sich in ihnen gütlich getan haben, dauert es noch viel länger. Geduld erleichtert die Prozedur, und gute Gesellschaft versüßt sie.

Der Rest macht Spaß: Zucker in einer breiten Pfanne zerlaufen und bis zum Goldton karamellisieren lassen, die Rübchen, größere halbiert, in die Pfanne geben und mit dem Karamell überziehen. Zur rechten Zeit, also, ehe die Farbe zu dunkel wird, Butter dazu geben und mit Weißwein ablöschen. Salzen und, wenn der Wein fast wegreduziert ist, Kalbsfond zugießen. Erst bedeckt, dann offen simmern lassen.

Es riecht sehr schnell betörend, aber die Rübchen brauchen ihre Zeit, mindestens 35 Minuten, es kann auch mehr werden. (Diesmal bin ich dem Rat der Rübchenbäuerin gefolgt und habe sie in wenig Wasser zehn Minuten vorgekocht, das verkürzt die Garzeit im Fond erheblich.) Bei Bedarf mit weiterem Fond (oder/und dem Kochwasser) aufgießen. Gegen Ende der Garzeit soll die Flüssigkeit stark reduziert sein. Dann mit Sahne nach Belieben auffüllen (mir war es hier ein bisschen zu viel) und nochmal bis zur gewünschten Sämigkeit einkochen. Mit Salz, viel! frischgemahlenem oder gemörsertem Koriander und Pfeffer würzen.

Eine unglaubliche Köstlichkeit. Eigentlich reicht Weißbrot dazu. Bei mir hatten die Rübchen diesmal gebratenen Kalbsrücken und Kartoffelpuffer zur Begleitung. Wenn man sie als Beilage serviert, kann man gut auf die Sahne verzichten.

Und nochmal ein Foto meiner geliebten Rübchen. Sie müssen zwei Bartstränge mit unzähligen feinen Würzelchen haben, mit denen sie sich im sandigen märkischen Boden festklammern. Nur, wenn sie so aussehen, sind es wirklich und wahrhaftig Teltower Rübchen.(Wenn sie allerdings so aussehen und auf einem Pariser Wochenmarkt verkauft werden, sind es Abkömmlinge der echten Teltower Rübchen. Sie heißen dann Navets amers und sind tatsächlich deutlich bitter.)

Zwei Rübchenbauern gibt es in Teltow: die großen, Szilleweits, und die kleinen, Familie Schäreke als Nebenerwerbsbauern.

Warum ich überhaupt in Teltow auf Rübchenjagd gegangen bin: Wir waren mit Freunden im Landhotel Hammer zum Rübchenmenü verabredet. Die Kalbsbäckchen waren wieder einmal aufgegessen. Dafür gab es nach der Rübchensuppe Entenconfit mit glasierten Rübchen und zum Dessert eine Art Tatar, in dem sie zusammen mit Zitrusfrüchten und Korianderkörnern steckten; dazu ein „Schokoladentresor“ und Himbeersorbet. Wie kaum anders zu erwarten hat mich der Abend glücklich gemacht.

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Biskuitrolle war ein Feiertagskuchen in meiner Kindheit. Wenn Großmutter da war, gab es Buttercremetorte. Wenn Mama alleine backen musste, gab es Biskuitrolle; da konnte keine Buttercreme gerinnen. Die Füllungen variierten, oft war es Marmelade. Mein Biskuit rollt sich am liebsten um Sahne und Erdbeeren.

Der Biskuit braucht:

5 Eier, getrennt
1 Spritzer Zitrone
1 Prise Salz
80 bis 100 g Zucker (Zefiro)
wenig abgeriebene Zitronenschale
100 g feines Weizenmehl
50 g Maisstärke
1 gestrichenen Teelöffel Backpulver

und groben Zucker fürs Tuch

Füllung und Deko bestehen aus:

250 g Erdbeeren
2 Bechern Sahne
eventuell etwas Zucker
und eventuell ein paar Pfefferminzblättchen

So geht’s (es geht auch anders, bei mir geht Biskuit so):

Die fünf Eiklar mit einer Prise Salz und einem Spritzer Zitrone sehr steif schlagen, den Zucker einrieseln lassen und ein paar Minuten weiterschlagen. Ich nehme am liebsten den superfeinen Zefirozucker von Eridania, Puderzucker geht auch oder normaler Zucker, der halt länger braucht, bis er sich auflöst. Ein Teil des Zuckers kann auch mit Vanille sein.

Nach und nach die Eigelbe einrühren. Mehl, Stärke und Backpulver mischen, nach und nach darübersieben und unterheben.

Die Masse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen und bei 190 °C ca. 10 Minuten backen. Heißer und kürzer geht natürlich auch oder weniger heiß und länger.

Ein Geschirrtuch mit normalem Haushaltszucker bestreuen, den Biskuitboden daraufstürzen, das Backpapier abziehen (eventuell vorher kurz ein nasses Tuch aufs Backpapier legen) und den Boden mithilfe des Tuchs aufrollen. Etwas auskühlen lassen und wieder auseinanderrollen.

In der Zwischenzeit den Großteil der Erdbeeren in Scheiben, Würfel oder Spalten schneiden und zwei Becher Sahne steifschlagen. Wer mag, kann die Sahne süßen, ich mag sie lieber pur.

Sahne auf den ausgekühlten Biskuit streichen, mit den kleingeschnittenen Erdbeeren belegen und aufrollen. Die Oberfläche mit Sahne beklecksen und mit ein paar ganzen Erdbeeren krönen. Pfefferminzblättchen sind nicht nur ganz niedlich, sondern passen auch gut zu Erdbeeren.

Auch dieses Rezept darf zum Kochtopfblog, wo Sylvia von rock the kitchen! farbenfrohe Gerichte sammelt.

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Blog-Event LXIX - Farbenfrohe Gerichte (Einsendeschluss 15. Juli 2011)

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