Das Grabeland.

Grabeland ist zum Bewirtschaften bestimmt, allerdings nur, wenigstens aber vorwiegend, mit einjährigen Pflanzen, die in ihrer Mehrzahl auch einen unmittelbaren Nutzen für die Ernährung haben. Konsequenterweise dürfen auch Tiere darauf gehalten werden – nicht unbedingt Hunde und Katzen …

Eine Laube ist auf Grabeland nicht vorgesehen, allenfalls ein Holzverschlag zum Unterstellen von Harken. Gegen eine Bank unter einer Rosenlaube bestehen dagegen keine Einwände, wohl auch, weil zu Zeiten, in denen Brachflächen, aber auch öffentliche Grünanlagen notgeboren zu Grabeland erklärt wurden, sowieso kaum jemand Rosen pflanzte.

Gefunden habe ich das Wort neben der Panke hinter dem Amtsgericht Wedding, wo eine Tafel darauf hinweist, dass der Park um das Gebäude im Zweiten Weltkrieg Grabeland war.

Die Kaktusfeige.

Bloß nicht ohne Handschuhe ernten! Never ever, niemals, mai. Mi raccomando.

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Die Liebschaft.

Macht sich gut mit Leidenschaft, geht aber auch ohne. Verträgt gut die Mehrzahl.

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Die Stadtrandsiedlung.

Die Stadtrandsiedlung könnte auch einen Garten haben oder zwei oder drei, mit je einem Stachelbeerstrauch und Schwarzen Johannisbeeren, mit je einer Herzkirsche und einem Kornapfelbaum, mit einem Igel im Winter und Indianernesseln im Sommer. Die Straßen könnten nach Hühnerrassen benannt sein, die meisten Häuser wären doppelt und hätten ein Satteldach.
Unkraut wäre vermutlich inzwischen verboten, das ist das erste Problem.

Ein bisschen Stadtrandsiedlung haben wir an der Stalinallee, das fand wenigstens das Planungskollektiv, versteckte sie hinter Pappeln, verwarf Scharouns Kollektivplan und baute lieber Arbeiterpaläste. Auch schön.
Unkraut fällt gar nicht auf hier zwischen Pappeln und Laubengang.

Also würde ich vielleicht doch lieber an die Stalinallee ziehen, und wenn ich ehrlich bin, auch lieber in einen Arbeiterpalast, weil, er bietet einen besseren Überblick, zumindest, wenn man nicht ganz nach unten gerät.

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Fadenschein? Das gibt’s doch nicht! Stimmt.

Trotzdem ist mein Lieblingsshirt so fadenscheinig geworden, dass es die nächste Wäsche vermutlich nicht überstehen wird. Oh weh.

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Die Blutbuche.

Nicht zu verwechseln mit der Gerichtslinde. Ebensowenig mit der Rotbuche.
Die sind die eine wie die andere grün.

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Der Mahlstrom, in Zamonien: Malmstrom.

Gefahr, Gefahr, das Loch im Meer.
Da möchte ich nicht hineingeraten, wirklich nicht, um nichts in der Welt. Lieber würd ich allen ohne Bedenken alle Kacheln aus meinem Ofen schenken.
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Carta_Marina_Maelstrom

Dieser schiffeverschlingende  Mahlstrom vor den Lofoten stammt aus einer Seekarte von Olaus Magnus mit dem ausführlichen Titel: „Carta marina et descriptio septemtrionalium terrarum ac mirabilium in eis contentarum, diligentissime elaborata Anno D(omi)ni 1539 Veneciis liberalitate R(everendissi)mi D(omini) Ieronimi Quirini: Patriarche Venetiai“.

Die Carta marina steckt voller Wunder; wer alle Wunder der nördlichen Länder sehen will, klicke sich über die kleine Karte auf die große bei Wikimedia. +

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