Der Krammetsvogel, auch: die Wacholderdrossel; zurzeit in aller Munde.

Äußerst hübsches Vögelchen der größeren Art – bringt also nicht nur Knochen in die Pfanne. „Kein Urlaubsort, wo Vogelmord!“ war eine stets mit Entrüstung gesprochene Parole in meiner Schulzeit. Als ich dann sehr viel später tatsächlich bei den Vogelmördern zu Gast war, gab es Singvögel (cacciagione) nur noch geflüstert angeboten, als Bückware. Was nun die Wacholderdrossel angeht, so waren allerdings auch wir es, die transalpinen Vogelfänger, deren Gelüsten sie zum Opfer fiel:

„Die Krammetsvögel werden gerupft, die Haut vom Kopf gezogen, gesengt, der Darm durch die Afteröffnung entfernt. Dann wäscht man die Vögel, sticht die Augen aus, schlägt die Krallen von den Füßen, biegt den Kopf über die Brust und steckt die Füße über Kreuz durch die Augenhöhlen. Die Vögel werden mit Salz und einigen gestoßenen Wacholderbeeren eingerieben. Hierauf macht man Butter in einer Pfanne hellbraun, etwa ½ Eßlöffel für eine Drossel, und bratet die Vögel unter öffteren Umwenden etwa in einer halben Stunde gar. Zur Sauce gießt man etwas Wasser hinzu. Die Vögel werden nicht ausgenommen. Man kann die Krammetsvögel auf gerösteten Semmelnscheiben anrichten und Sauerkohl dazu geben.“

(M. und E. Doenning: Kochbuch der ostpreußischen Haushaltschule, Königsberg 1911, 6. Auflage. Gefunden bei Wikipedia)

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