Auch der Beitrag zur Fischerpinte am Plötzensee ist aus 2007. Bei Qype firmiert das Lokal noch heute unter der Kategorie „Fisch-Restaurants“. Noch besser: Es gab eine Zeit, da nahm es im Qype-Ranking Platz zwei unter den Berliner Fischrestaurants ein – welch diebische Freude!

Warum ich sie heute hierherhole, meine (Verzeihung, etwas spröde) Liebeserklärung an die Fischerpinte? Weil uns in einer heiteren Geburtstagsrunde Dinge wie Mampes gute Stube ins Gespräch rutschten. Und meine letzte Begegnung mit einer Reminiszenz an Mampe halb und halb fand in ebendieser Fischerpinte mit Bootshaus am Plötzensee statt: in Form des rar gewordenen Aschenbechers mit dem roten Elefanten.

Nur die Harten komm inn Garten … Im Winter ist der Garten dann doch zu kalt, Tretboote aufgebockt, Ruderboote angebunden, Stühle und Bänke von Blumentöpfen und Balkonkästen besetzt. Die Gaststube allerdings ist geöffnet, ganzjährig.

Tür auf, nur die ganz Harten … Rechter Hand der Tresen, bestückt wie ein polnischer Kiosk, Sicherungentableau dazwischenmontiert, obenauf thront ein kleiner dunkelbrauner Kranzkuchen. Also linksrum.

„Trinkfest und arbeitsscheu, aber unserer Hertha treu“ verlautbart der blauweiße Fan-Schal an der Wand gegenüber der Fensterfront. Der Seeblick bietet Blesshühner und Taubenhaucher gerahmt von Fenstergittern, am anderen Ende des Sees trafen sich eben noch rechts die Mandarinenten, links die Fischreiher. Hier drinnen sind Fische in ein Aquarium gesperrt bzw. lederhäutig als Hechtköpfe an die Wand gepinnt. Direkt daneben die Profiangel, beachtliche Länge, auch die hat hier ihr Winterquartier gefunden. Immerhin befinden wir uns in einer Fischerpinte.

Eigentlich ist es ein Wohnzimmer, acht bis zwölf Gäste finden Platz neben Hundebett und Katzenthron. Oskar Hund, schwarzgelockt mit Knopfaugen, riecht ein bisschen, Lissy Katze hat sich schon geputzt, will abwechselnd raus und rein. Darf sie auch. Wir nehmen was mit Alkohol, geht irgendwie nicht anders, Schokolade mit Rum und Glühwein. Das befördert die Gemütlichkeit, hilft aber insgesamt nicht wirklich.

Bedient wurden wir zuvorkommendst, inklusive Schwätzchen über Hund und Katz, woher, wohin und allerhand. Ich liebe solche Orte. Zum Weinen schön!

Draußen zupfen die Nebelkrähen Plastiktüten und Pausenbrote aus den Abfallkörben.

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