Halsberge, die

birgt den Hals, schützt die Halsbeuge.

Helm und Halsberge anzulegen überlegt der Tristan des Frank Martin kurz, nachdem der gute König ihn verschont hat, ihn und die entführte Königin Iseut la Blonde, die Geliebte. Helm und Halsberge anlegen will er, um dem guten König im Zweikampf gegenüberzutreten und Gott das Urteil sprechen zu lassen über die Legitimität dieser Liebe, die aus ein paar versehentlichen Schlucken vom Vin herbé gewachsen ist. Da hatten sie getrunken die Liebe und den Tod.

Das weltliche Oratorium Le Vin herbé von Frank Martin hatte am 25. Mai 2013 in der Staatsoper im Schillertheater Premiere, in der Regie von Katie Mitchell, unter der musikalischen Leitung von Franck Ollu und mit Anna Prohaska als Iseut.

Als Epilog wird uns mitgegeben keine Halsberge, keine Herzberge, nur die Hoffnung auf Trost:

Ihr Herren,
die braven Sänger von einst,
Béroul und Thomas,
sodann Herr Eilhart
und Meister Gottfried,
haben diese Märe für alle die erzählt,
die lieben,
nicht für die andern.

Sie entbieten euch durch mich ihren Gruß.

Sie begrüßen die, so beschwert sind,
und die, so glücklich sind,
die Mißvergnügten
und die, so sich sehnen,
die, so leben in Freude,
und die, so sind betrübt,
alle, die lieben.

Könnten sie hier Trost finden gegen den Schmerz,
gegen die Unbeständigkeit,
gegen das Unrecht,
gegen den Verdruß,
gegen die Qual,
gegen alle Leiden der Liebe.

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