Doch, das ist ein Rezept. Es ist sogar das ultimative Rezept für Hühnerbrühe.

Es ist aber auch ein Appell. Allen voran an mich. Ich beschwöre mich hiermit und für alle Zeit, meiner immer wieder gemachten Erfahrung zu vertrauen und fortan konsequent auf Experimente zu verzichten. Wenn es um Hühnerbrühe geht, keine Möhren, Petersilienwurzeln, Pastinaken, kein Lauch oder Knoblauch, kein Ingwer, kein Sternanis, kein Piment, kein Lorbeer, kein sonstnochwas! Dafür lernen, wie genau Mama die Bandnudeln macht, mit denen sie uns die Suppe vorsetzte. Solange dürfen sich eben noch Buchstabennudeln in der goldenen Brühe tummeln.

Meine Hühnersuppe entsteht seit heute, nach vielen Irrwegen mit Gemüsen und Gewürzen wieder so, wie ich sie von meiner Mutter gelernt habe:

aus Suppenhuhn
Wasser
Salz
Pfefferkörnern und
einer Zwiebel.
Punkt.

Nein, nicht ganz. Wenn ich sie habe, (in Deutschland sind sie ein nahezu unerringbarer Schatz) koche ich ein Paar Hühnerfüße mit. Für das richtig gelbe Gelb und den richtig intensiven Geschmack. Oder, wenn ich nicht vergesse, sie beim Hühnerhändler mitzunehmen, ein oder zwei Mägen und zwei oder drei Herzen.
Jetzt aber wirklich Punkt.

Nein, natürlich immer noch nicht ganz. Wenn sie fertig ist, nach etwa zwei Stunden auf kleiner Flamme, dürfen Nudeln in die Suppe: Buchstabennudeln und Puntine (das sind eine Art Miniaturtränen) oder eben die Hühnersuppenbandnudeln, die ich erst wieder von meiner Mutter lernen muss.

PS: Das Huhn muss fett sein und aus gutem Stall.

PPS: Ich schöpfe keinen Schaum ab. Es reicht, die Brühe am Ende durch ein Sieb zu gießen.

PPPS: Ich liebe Hühnerbrühe.

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