Das Wort für heute: Wurstpumpe

2. Februar 2014

Wurstpumpe, die

zylindrisches Gerät mit prominenter Tülle, über die ein feiner Darm gestreift wird, der sich nach Betätigen der o.g. Wurstpumpe wie von selbst mit Wurstbrät füllt, unterstützt nur von der ordnenden Hand des Wursters. Wer selbst einmal versucht hat, Wurstbrät mithilfe mechanischer Vorrichtungen in Därme zu füllen, weiß, welche Tücken dem Objekt eignen und welcher Koordinationsleistungen es bedarf, um den Vorgang im Fluss zu halten.

(Kennengelernt habe ich die Wurstpumpe am 1. Februar 2014 in der Malzfabrik, der ehemaligen Schultheiss-Mälzerei, anlässlich einer von der Kitchen Guerilla veranstalteten Wurstgalerie. Bedient wurde sie daselbst von Peter Inhoven, einem begnadeten Düsseldorfer Bratwurster, dessen zärtlich über die werdenden Würste gleitende Hände sowohl live als auch auf die weiße Wand gebeamt und im Video zu bewundern waren.)

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12 Responses to “Das Wort für heute: Wurstpumpe”

  1. Thea Says:

    Die “prominente Tülle” hat mir doch sehr gefallen. Wirst Du Dir nun eine Wurstpumpe anschaffen?

  2. vilmoskörte Says:

    Ein dreifach Hoch den zärtlichen Fingern auf der prominenten Tülle!

  3. kormoranflug Says:

    Da bin ich auf zukünftige Wurstler-Ergebnisse gespannt: Weisswürste, Oberpfälzer-Bratwürste, Bauernwürste. Bestimmt zeigst Du uns Dein “Handling”.

  4. Philipp Elph Says:

    Ich war der, der die Kurbel drehen durfte! Bei den Schlachtefsten zu Hause. Eine der wichtigsten Aufgaben! Gleichmäßig drehen und eine halbe Umdrehung zurück, wenn der Schlachter “Stop!” rief. Bei uns wurde allerdings die Mettwurst (so hieß damals noch die Salami) mit diesem Gerät hergestellt. Runde und Lange (die im Eichsfeld und Nordhessen Stracke genannt werden) und Flomenpümpel. Das war eine ganz spezielle Art und den Begriff habe ich bisher nur im Braunschweigischen gehört.

    • Afra Evenaar Says:

      Stracke war gestern auch mit im Saal anwesend und überhaupt Ahlewurst. Schließlich war Wurstsack, der sich als Botschafter der Ahlewurst versteht, mit dabei.
      Seltsam, dass ich mich nicht an eine Wurstpumpe in meiner Kindheit erinnere. Mein Vater als gelernter Metzger machte Hausschlachtungen – und die beste Blut- und Leberwurst, die ich je gegessen habe. Aber ich glaube, er hat die Wurstmasse mit einem Trichter eingefüllt. Von ihm weiß ich auch, dass Wurst, die mit noch schlachtwarmem Fleisch gemacht wird, unglaublich viel besser schmeckt. Auch das Kesselfleisch hat daher seinen besonderen Geschmack.
      Flomenpümpel hört sich nett an. Das interessiert mich natürlich schon wieder, was das sein mag.

    • Philipp Elph Says:

      Klar Blutwurst und ähnliche sehr “flüssige” wurden mit dem Trichter eingefüllt.
      Aber noch mal zu Flomenpümpel: Als Flomen wird das Fett des Bauchfells bezeichnet. Und das Bauchfell kleidet als seriöse haut den Bauchraum aus (sh. Wikipedia). Dieses “Fell” wird aus dem Schwein links und rechts herausgetrennt,. Es ist bei einem normalen Schlachteschwein 40-50 cm lang und an der einen Seite ca. 30 cm breit, an der andern läuft es nahezu spitz zu. Getrocknet ist das Fell pergamentartig.
      Mutter hat es dann immer an den Längsseiten mit der Nähmaschine mit großen Stichen zusammengenäht, bis oben am spitzen Ende. In die Öffnung wurde dann gaaanz vorsichtig die Mettmasse per Wurstpumpe eingefüllt. Einerseits mußte das genähnte Fell gut gefüllt sein, damit bei der Trocknung keine Leerräume entstanden, andererseits bestand stets die Gefahr, dass die Naht riss – und das war’s dann. Der Flomenpümpel war die allerbeste Wurst, weil sie nie knochentrocken innen wurde. So war das!
      Oder weiß es jemand besser? Ich hoffe, ich habe das noch richtig in Erinnerung!
      Ach so! Wenn der Flomenpümpel so richtig schön dick und fett gefüllt war, hatte er nahezu die Form einer strammen Damenwade, sagte jedesmal zur Freude aller Anwesenden Männer Menne Gauss, unser Hausschlachter. Der wohnte übrigens auf der anderen Seite des Dorfteiches und einmal – so nach 2 Flaschen Korn – ging er nach dem Schlachtefest auf direktem Weg nach Hause. Der Teich war nur so 1 Meter tief. Ehrlich!

    • Afra Evenaar Says:

      Danke für diese herrliche Geschichte. Vielleicht macht ja doch mal wieder jemand einen Flomenpümpel.

  5. kormoranflug Says:

    Hallo Afra, freue mich schon auf die Einladung zum Schlachtfest und zum Kesselfleisch.


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